Neujahrskonzert „Szenischer Konzertabend mit Johann Strauß“ ist ein voller Erfolg

Ganz neue Schritte wagte  der AGV Frohsinn mit einem Neujahrskonzert unter dem Titel „ Szenischer Konzertabend mit Johann Strauß“ und wurde dafür mit einem ausverkauften Bürgersaal und einem begeisterten Publikum belohnt.

Zusammen mit ihrer Dirigentin Maria Löhlein-Mader wurde der Steinway-Artist Maximilian Schairer und Harald Maier, der Generalsekretär des Landesmusikrats Baden-Württemberg, verpflichtet.

Der erfahrene Pianist brillierte mit schwungvollen Walzerklängen, während Harald Maier die Rolle von Hofkapellmeister Johann Strauß (1825-1899) im Wiener Dialekt darstellte und zwischen den Klavierstücken über sein Leben erzählte.

Eine Augenweide waren die Vorstandsmitglieder, die in historischen Kostümen gekleidet die Besucher mit Getränken und Fingerfood vorzüglich bewirteten.

Die 1. Vorsitzende begrüßte die Gäste, darunter Bürgermeister Uwe Grempels mit Gattin und Rosa Grünstein, die Vorsitzende der Mozart-Gesellschaft, vor einem auf die Leinwand  geworfenen Bild von Schloss Schönbrunn. Sie gab den Konzertbesuchern den Rat, sich auf Wien, auf Johann Strauß und die Geschichte seines Lebens einzulassen.

Der mehrfach preisgekrönte Pianist Maximilian Schairer eröffnete  die Veranstaltung eindrucksvoll und gekonnt mit dem „Frühlingsstimmenwalzer“, gefolgt von dem „Radetzky Marsch“, dem „Donau Lied“ und dem allseits bekannten „Wiener Blut“. Der danach folgende „Kaiserwalzer“ stellte einen besonderen musikalischen Höhepunkt dar. Dazwischen stellte Harald Maier mit Witz und Wiener Schmäh das Leben von Johann Strauß in sechs thematischen Blöcken, auf einem historischen Sessel sitzend, vor. So erfuhr man wissenswertes über Vater und Jugendzeit, Österreich in der Mitte des 19. Jahrhunderts, Politik und Reisen, Operetten, Brüder und Bälle, Frauen sowie Gesellschaft und Mensch.

Harald Maier erzählte, die Figur von Johann Strauß darstellend, dass er in der Josefstadt von Wien in einer musikalischen Familie aufwuchs. Sein gleichnamiger Vater war für seine Märsche und Tänze, insbesondere den weltberühmten Radetzky Marsch, der vom Wiener Opernball nicht wegzudenken ist, bekannt. Er hatte zwei Brüder, Josef und Eduard, die ebenfalls Musiker wurden. Es war insbesondere seine Mutter Anna, die ihn in seiner Liebe zur Musik unterstützte und ermutigte, was sie oft hinter dem Rücken ihres Mannes tat.

Trotz der Abneigung seines Vaters gegenüber seiner Musikkarriere, zeigte er schon in jungen Jahren großes Interesse an Musik. Seine ersten Werke schrieb er als Teenager, obwohl sie größtenteils verborgen blieben, um Konflikte mit seinem Vater zu vermeiden. Diese ersten Schritte in die Musikwelt waren für ihn entscheidend, denn sie ebneten den Weg für seine spätere Karriere als Komponist und Dirigent. Weltruhm erlangte er mit seinen Walzermelodien und insbesondere den Operetten „Fledermaus“ und „Indigo und die 40 Räuber“.

Mitunter humorvoll berichtete „Johann Strauß“ von seinen drei  Ehefrauen, der 7 Jahre älteren Jetty Treffz, der 25 Jahre jüngeren Angelika Dietrich und der 31 Jahre jüngeren Adele Deutsch, mit denen er keine eigenen Kinder hatte. Um letztgenannte zu heiraten, musste er zum evangelischen Glauben konvertieren, die österreichische Staatsbürgeschaft aufgeben und Bürger des Herzogtums Sachsen-Coburg und Gotha werden. Mit  Adele hatte er viel Glück, sie sei eine gute Nachlassverwalterin gewesen, man bezeichnete sie jedoch oft als „Lästige Witwe“.

Insgesamt sei er kein einfacher Mensch gewesen, habe Tiere sehr geliebt; so wurden ihm  nach Auftritten in Russland 2 Rappen geschenkt. Er wurde aber von großen Ängsten geplagt, vor Altersarmut, Premieren und Bahnfahrten. Die Reisen habe er nur mit ordentlich Alkohol und zugezogenen Vorhängen ertragen.

Nach der Pause brillierte der Pianist mit der „Tritsch Tratsch Polka“ und der „Fledermaus-Polka“ sowie „Soiree de Vienne“. Als  Abschluss der fulminanten Klaviervorträge bekam man den „Donau Walzer“ zu Gehör.

Das Publikum dankte den Musikern und auch den Organisatoren mit „Standing Ovations“. Mit dem Radetzky-Marsch als Zugabe endete die unterhaltsame und sehr interessante Zeitreise.

CW